Mit Pferden denken

Ilja van de Kasteele

Der etwas andere Reitunterricht

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Ich betrachte die Welt aus Sicht des Pferdes. Weil ich nur so dem Pferd etwas beibringen kann, was es wirklich versteht. Weil nur so echte Freundschaft möglich ist.

Ich respektiere jedes Pferd als das, was es ist: ein Fluchttier. Pferde leben immer im Hier und Jetzt. Sie müssen jederzeit ihre Beine frei bewegen können, um bei einer drohenden Gefahr fliehen zu können. Pferde mögen keinen Druck und kennen keine Wutausbrüche. Und sie sind nicht nachtragend, wenn man sie fair behandelt. Zeitmessung in unserem Sinne ist ihnen völlig fremd. Pferde registrieren sehr genau, wie andere Lebewesen - auch der Mensch - sich im Raum bewegen - egal ob auf der Weide, im Paddock, am Putzplatz oder in der Box. Sie sind Meister darin, positive und negative Gefühle wahrzunehmen und die Mimik und Gestik anderer Lebewesen zu lesen.

Auf all das gehe ich sehr genau ein. Ich mache dem Pferd klar, dass ich es verstehe, und das es bei mir immer Pferd sein darf. Mir sind die kleinen Dinge wichtig, die Basis. Die möchte ich jedem Schüler, egal ob am Boden oder im Sattel, vermitteln.

 

Aber so wichtig und nützlich die Ausbildung auf dem Reitplatz oder in der Halle sein kann - ich möchte so schnell wie möglich hinaus in die Natur. Dort entdecken beide, Pferd und Reiter, einen Sinn indem, was sie vorher am Boden und im Sattel erarbeitet haben. Ich persönlich liebe das Wanderreiten - mit den Pferden die Natur- und Kulturlandschaften erleben, was kann es schöneres geben. Die Verbindung zwischen Pferd und Reiter wird auf eine ganz andere Stufe gehoben. Nicht zuletzt, weil der gestresste Mensch im Sattel entschleunigen kann und sich selbst (wieder) neu entdeckt.  Genau darauf zielt meine gesamte Asubildung, egal ob am Boden oder im sattel.

© 2013 by Ilja van de Kasteele